Die VIP-Skalierung in der Einzelberatung

In dieser Arbeitstechnik fließen zwei aus der systemischen Arbeit stammende Methoden zusammen. Das ist zum einen die VIP-Karte (VIP – very important person) von Herwig-Lempp (2004, S.353) und zum anderen die Skalierungsscheibe von Natho (2004, S.189ff und 2005). Die VIP-Karte ist eine Art soziale Netzwerkkarte, die relevante soziale Kontakte des Klienten erfasst und ordnet. Während traditionelle systemische Methoden zur Erfassung von Beziehungen, wie beispielsweise das Genogramm (McGoldrick & Gerson 1990) oder das Soziogramm (Minuchin 1997, S.67ff), die Aufmerksamkeit eher auf Familie und die unmittelbare Verwandtschaft lenken, besteht mit der VIP-Skalierung die Möglichkeit, Hypothesen und Ressourcen auch in anderen sozialen Kontexten des Klienten zu ermitteln.

Die VIP-Skalierung eignet sich deshalb auch gut für verschiedene Bereiche der Sozialarbeit und Jugendhilfe. Kinder und Jugendliche, die in einer Einrichtung untergebracht und deren Kontakte zur Familie reduziert sind, bauen neue existentiell bedeutsame Beziehungen zu Personen außerhalb der Kernfamilie (Helfer, Peergroup, Freunde usw.) auf. Für die Gestaltung von Hilfe-Prozessen kann es nützlich sein, die Beziehungen des Klienten in den jeweiligen Kontexten genauer zu untersuchen.

Skalierungsscheibe in der Paarberatung

Da Beziehungen in der Regel unterschiedliche Bedeutungen für den Klienten und die angestrebte Lösung haben, ist es zudem nützlich, diese zu differenzieren. Hierbei hilft die Skalierungsscheibe, über die eine Vier-Felder-Matrix gelegt wird (siehe Abb.). Die Felder bezeichnen relevante soziale Kontexte des Klienten, beispielsweise Schule, Freunde, Helfer und Familie.