Einsatz der Skalierungsscheibe in der Schuldnerberatung
Die Schuldnerberatung ist ein fester Bestandteil der Beratungslandschaft in Deutschland und laut Bundessozialhilfegesetz eine Form der Sozialhilfe. Vom Schuldnerberater werden umfangreiche Kenntnisse und Fertigkeiten aus verschiedenen Beratungskontexten erwartet. Er ist Rechtsberater, Finanzberater, Berater in hauswirtschaftlichen Fragen und zugleich auch Krisenberater und Berater in psychosozialen Angelegenheiten (Gregor 1996).
Aus psychosozialer Sicht ist der Schuldner ein Teil des Problems und in den meisten Fällen trägt der Klient mit seinem Verhalten dazu bei, immer tiefer in die Schuldenfalle hineinzugeraten. Will man das Problem dauerhaft lösen ist es sinnvoll, den Klienten an der Lösung zu beteiligen. Hier kann ein erster Schritt sein, dass der Schuldner seine Beziehungen zu den Schulden und vor allem zu den Gläubigern genauer anschaut.

Die Skalierungsscheibe (Natho 2004 & 2005) bietet hier die Möglichkeit, mit den unterschiedlichen Gläubigern und ihren Ansprüchen symbolisch in Beziehung zu treten. Einerseits lässt sich die jeweilige Schuldenhöhe und andererseits auch die Person oder Institution hinter den Zahlungsforderungen differenziert betrachten und ordnen.